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Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Mi 27. Nov 2024, 00:20
von Helgoland1
Moin.
Ich verstehe nicht warum in diesem Artikel des "Abendblatt" von der letzten Bäckerei Helgolands gesprochen wird.
Zählt die Bäckerei neben Foto-Höhler nicht?
Wer klärt mich bitte auf?
Danke.

Hier der Link zum Artikel.

https://www.abendblatt.de/schleswig-hol ... kc=success

Re: Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Mi 27. Nov 2024, 08:33
von Thorsten
Hallo Helgoland1!
Die Backstube des Inselbäckers ist im Südhafengelände. Im Lung Wai war ein angemieteter Verkaufsraum des Inselbäckers, im Oberland der Verkaufsraum gehört zum Inselbäcker. Der Mietvertrag im Unterland ist beendet.
Gruß
Thorsten Falke

Re: Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Mi 27. Nov 2024, 08:37
von Helgoland1
Hallo Herr Falke.
Danke für die Info.
Freundlicher Gruß
Andreas

Re: Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Fr 13. Dez 2024, 17:41
von Mr.Bean1
Gibt es denn schon ein Update?

Es heißt ja, der Bäcker schließt zum 01.01.2025 komplett?!

Re: Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Sa 14. Dez 2024, 13:32
von Thorsten
Hallo Mr.Bean1!
Wie alles was nicht unterschrieben ist, ist es mit Vorsicht zu genießen:

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... s1856.html

Liebe Grüße
Thorsten Falke

Re: Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Mo 16. Dez 2024, 03:17
von Helgoland1
Mein Update der neueste Artikel ( die Einleitung erspare ich uns und kopierte nur das relevanteste)
aus dem Hamburger Abendblatt.

"Helgoland will letzte Bäckerei retten: Meister mit guter Beziehung zur Insel"

Jetzt könnten Pollmann, Bürgervorsteher Gunter Nagel und ihre Mitstreiter dank intensiver Suche auch für die Bäckerei eine Lösung gefunden haben. Und wieder kommt die mögliche Rettung vom Festland.

Wer der gute Mann ist, will der Verwaltungschef noch nicht verraten. Sicher sei aber, dass er großes Interesse hat, Backstube und Verkaufsfiliale auf Helgoland zu übernehmen. Bekannt ist auch, dass ihn sehr gute private Beziehungen mit der Insel verbinden. Jetzt müsse er sich nur noch mit seiner Vorgängerin über die Modalitäten einigen.


Nordseeinsel: Gemeinde wollte Backstube und Immobilie mit Laden kaufen
Damit hat die Gemeinde während ihrer Sitzung am Ende dieser Woche zumindest vorerst ihre Überlegungen in die Schublade gesteckt, das Gewerbegrundstück mit der Backstube im Unterland sowie die Immobilie mit Ladengeschäft und Personalwohnungen im Oberland selbst zu kaufen. „Wir hätten diese Objekte ohnehin nicht einfach als Bäckerei weiterführen können“, berichtet der Bürgermeister.

Insel-Bürgermeister Thorsten Pollmann hofft nach Zahnarzt und Apothekerin nun noch einen neuen Bäcker nach Helgoland locken zu können.

Vielmehr wäre die Gemeinde dann gezwungen gewesen, die Immobilien auch für andere Gewerbetreibende anzubieten. Ob sich dann später mal wieder ein Bäcker auf der Insel hätte ansiedeln können, wäre fraglich. Jetzt hoffen die Verantwortlichen darauf, dass sich die aktuelle Eigentümerin der Bäckerei mit dem möglichen Nachfolger einig wird.

Einzige Backstube auf Helgoland: Inselbäckerei-Chefin verlängert Betrieb bis Silvester
„Wir sind nur die Vermittler, und das ist am besten so“, betont der Bürgermeister. Er lobt auch die scheidende Firmenchefin der Inselbäckerei. Sie hatte sich überzeugen lassen, das Geschäft noch bis zum Jahreswechsel weiterzubetreiben.

Ursprünglich wollte die Konditorin Marita Beitz, die 2005 noch unter ihrem Vorvorgänger Wilfried Meier in der Inselbäckerei begonnen hatte, bereits zum 1. Oktober schließen. Jetzt ist am 31. Dezember definitiv Schluss.

Deutschlands einzige Hochseeinsel hofft auf Neueröffnung im März
Mit einer Neueröffnung rechnet der Bürgermeister nicht vor März oder April. Es müssen einige Auflagen für den Neubetrieb erfüllt werden, die in der alten Insel-Bäckerei nicht mehr umgesetzt wurden.

Neues von der Inselbäckerei

Verfasst: Sa 5. Apr 2025, 07:56
von Helgoland1
Artikel Hamburger Abendblatt 04.04.2025

Alle Versuche, einen Bäcker auf die Insel zu locken, sind gescheitert: Deshalb will die Gemeinde Helgoland die Rettung der letzten und einzigen Inselbäckerei jetzt in die eigene Hand nehmen. In einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung entschied der Gemeinderat, die Backstube am Hafen sowie das Wohnhaus mit Verkaufsfiliale im Oberland zu kaufen. Die Verhandlungen dazu würden andauern.
Bereit seit 1. Januar gibt es keine frischen Brötchen mehr auf der Nordseeinsel. Nur mit viel Überredungskünsten war es dem Bürgervorsteher und dem Bürgermeister auf Helgoland gelungen, die Inselbäckerei im vorigen Jahr überhaupt noch bis Jahresende aufrechtzuerhalten. Wie bei der Rettung der Inselapotheke hofften die Verantwortlichen darauf, dass sich am Ende alles zum Guten wendet.
Zahlungskräftiger Käufer wollte Grundstück erwerben, aber keine Brötchen backen
Noch bis Mitte März sah alles nach einem Happy End aus. Die letzte Bäckereichefin war sich mit einem inselnahen Bäcker fast handelseinig. Doch im letzten Moment kam noch ein verlockendes Angebot eines weiteren Interessenten auf den Tisch. Der wollte das Grundstück für mehr Geld kaufen, aber keine Bäckerei dort eröffnen.
„Jetzt mussten wir ganz schnell entscheiden, ob die Gemeinde kauft und die Inselbäckerei aufrechterhält oder alles der freien Wirtschaft überlässt“, sagt Bürgermeister Thorsten Pollmann. Nicht zu handeln, hätte bedeutet, dass es vermutlich nie wieder eine Bäckerei auf der Insel gegeben hätte. „Das funktioniert auf dem Festland, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit ein Brötchen kaufen kann, aber nicht auf der Insel“, meint Pollmann.
Kaufvertrag soll so schnell wie möglich ausgehandelt werden
Doch sowohl Touristen als auch Einheimische hätten ihn bestärkt, der Gemeindevertretung zu empfehlen, die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Jetzt soll der Grundstückskauf, nach Abendblatt-Informationen geht es um eine Millionensumme, so schnell wie möglich unter Dach und Fach gebracht werden.
Sobald die Tinte unter dem Vertrag trocken ist, will Helgoland ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren starten. Dann sollen sich Bäcker melden, die übernehmen wollen. Schon jetzt haben mindestens drei ernsthafte Interessenten beim Bürgermeister vorgesprochen.
Backstube am Hafen muss auf modernen Stand gebracht werden
Klar ist, dass der oder die Neue nicht sofort loslegen kann. Denn die Backstube ist auf einem alten Stand. Das heißt, dass die Lebensmittelaufsicht bei einem Neustart auch deutliche Umbauten fordert, um die Lebensmittelhygiene zu gewährleisten.
Klar ist aber auch, dass die Backstube längst nicht mehr so groß wie in den 60er-Jahren sein muss. Das bedeutet, dass die Gemeinde mit dem Grundstückskauf auch gern noch einen weiteren Gewerbebetrieb dort ansiedeln könnte. Fürs Jugendzentrum wird ebenfalls noch Gelände gesucht.
Gemeinde will Erbbaurechtsvertrag mit einem Bäcker abschließen
Auch das Wohnhaus mit der Verkaufsfiliale im Oberland bietet mehr als nur einen Tresen, Regale. und Verkaufsauslage „Wohnraum ist knapp auf der Insel“, sagt der Bürgermeister. Ob als Wohnung für den Bäcker und mögliche Angestellte oder andere Mieter, ist offen.
Am liebsten würde die Gemeinde einen Erbbaurechtsvertrag abschließen und so eine langfristige Bindung der Bäckerei festschreiben. Der Bedarf ist jedenfalls groß. Der Bürgermeister rechnet allein bei den Brötchen mit einer Nachfrage von 6000 Stück pro Tag in der Saison.
Bürgermeister sucht jetzt nach Übergangslösung
Und warum konnte nicht eine andere Immobilie für eine Bäckerei gefunden werden? Bürgermeister Torsten Pollmann: „Wir haben lange gesucht und nichts gefunden.“ Mitten im Ort zwischen den Gästewohnungen könne nicht einfach eine Backstube mit Schornstein errichtet werden.
Jetzt sucht Pollmann mit seinen Mitstreitern aus der Gemeindevertretung schon wieder, und zwar nach Übergangslösungen. Wenn etwas kurzfristig als Ersatz gefunden wird, um genügend Brötchen zu produzieren, sind die Menschen einer Gruppe bestimmt glücklich, die auf der Insel kaum selbst backen können: die Touristen.

und weiter gehts es....Inselbäckerei die Letzte ?

Verfasst: Di 13. Mai 2025, 18:47
von Helgoland1
und weiter geht es

Hamburger Abendblatt 13.05.25

Helgoland. Einzige Backstube der Gemeinde ist geschlossen. Nun schreibt die Hochseeinsel den Job öffentlich aus – zu attraktiven Konditionen.

Die Gemeinde Helgoland sucht aktiv einen Betreiber für die einzige Inselbäckerei und hofft weiterhin darauf, einen neuen Bäcker auf der Nordseeinsel etablieren zu können. Um selbst handlungsfähig zu sein, erwirbt die Gemeinde die dafür notwendigen Immobilien. Der oder die Neue können sowohl pachten als auch einen Erbbaurechtsvertrag beschließen. Jetzt können sich Interessierte bewerben.

Die letzte Bäckerin hatte zum Jahresende aus persönlichen Gründen aufgegeben. Um die Schließzeit so kurz wie möglich zu halten und schnell handeln zu können, läuft die Ausschreibung gleichzeitig zum Immobilienkauf. Wer Interesse hat, muss sich sputen. Die Angebote müssen bis zum 14. Mai per E-Mail oder direkt über die Vergabeplattform eingegangen sein.

Helgoland sucht neuen Bäcker: Gemeinde hofft auf kreative Ideen der Bieter

Bürgermeister Torsten Pollmann und der Gemeinderat haben sich für ein offenes Bieterverfahren entschieden. Sie erhoffen sich dadurch, dass interessierte Bewerber mit neuen Konzepten die Aufgabe bewältigen, sowohl die etwa 1400 Einwohner als auch die zigtausenden Gäste zu versorgen.

„Zentrales Ziel ist hierbei, auf der Insel Helgoland zukünftig einen Bäckereibetrieb zu sichern, um die Lebensqualität der Helgoländer und den Aufenthaltswert der Gäste mit hochwertigen Back- und Konditorwaren zu bereichern. Dabei sind sowohl innovative Nutzungskonzepte beziehungsweise nachhaltige Lösungen als auch kreative Gestaltungsideen willkommen“, heißt es im Ausschreibungstext.

Täglich bis zu 6000 Brötchen werden benötigt
Allein bei den Brötchen rechnet der Bürgermeister mit einem täglichen Bedarf von 6000 Stück. Auch wenn alles möglichst noch in dieser Saison starten soll, wird der Neuanfang noch etwas dauern. Denn die Backstube ist auf einem alten Stand. Das heißt, dass erstmal investiert werden muss, zum Beispiel über einen privaten Geldgeber.

Klar ist aber auch, dass die Backstube längst nicht mehr so groß wie in den 60er-Jahren sein muss. Das bedeutet, dass die Gemeinde mit dem Grundstückskauf auch gern noch einen weiteren Gewerbebetrieb dort ansiedeln könnte.

Verkaufsfiliale im Oberland ist optional
Der oder die neue Bäckerin soll vor allem für die Brötchen und Brote sorgen. Optional werden zusätzlich das Ladenlokal im Oberland sowie der sich über dem Ladenlokal gelegenen Wohnraum angeboten.
Die letzte Bäckerin, eine erfahrene Konditorin, hatte neben dem Ladengeschäft im Oberland auch noch eine weitere Filiale im Unterland für den Verkauf angepachtet. Vor allem in der Hauptsaison bildeten sich oft lange Warteschlangen vor den Filialen. Jetzt wären die Helgoländer froh, wenn sich wenigstens ein Betrieb neu aufstellen würde.

Inselbäckerei - Neues 27.11.2025

Verfasst: Fr 28. Nov 2025, 08:37
von Helgoland1
NEUES Quelle Hamburger Abendblatt 27.11.2025
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Helgoland: Originelle Idee soll die letzte Inselbäckerei retten
Helgoland. Von einst sechs Backstuben schloss die letzte Ende 2024. Alle Versuche einer Neueröffnung schlugen fehl. Nun gibt es einen neuen Plan.
Von Anne Dewitz, Verantwortliche Redakteurin
27.11.2025, 05:50 Uhr
Helgoland Bäckerei
Bäckermeister Mario Peterscheck (li.) und Unternehmer und Projektentwickler Adrian Wolf wollen eine Genossenschaft gründen und so die Backstube auf Helgoland retten.
© privat | Privat
Ein Sonntagsfrühstück ohne frische Brötchen und keine Torte vom Konditor zur Familienfeier – das ist schon kein schönes Szenario. Aber im Alltag kein frisches Brot kaufen zu können, das wünscht sich wohl niemand. Doch für die Helgoländer ist das fast schon ein Jahr lang traurige Realität, nachdem die letzte Bäckerin auf der Nordseeinsel Ende 2024 aufgehört hat.

Die Gemeinde hatte aktiv nach Ersatz gesucht und mit attraktiven Konditionen geworben – und damit auch Erfolg gehabt. „Es gab mehrere Interessenten. Bäckermeister Mario Peterscheck (52) hat uns am Ende mit seinem Konzept überzeugt“, sagt Helgolands Bürgermeister Thorsten Pollmann. Im Oktober waren die Verträge unterschriftsreif. Doch wenige Tage vor dem Termin beim Notar hat die Bank überraschend einen Rückzieher gemacht und ihre Kreditzusage gegenüber Mario Peterscheck zurückgezogen.

Helgoland: Bank zieht überraschend Kreditzusage für Inselbäckerei zurück
„Über diese Entwicklung sind wir alle sehr verärgert“, sagt Thorsten Pollmann. „Denn die Bank hat das ganze Projekt monatelang begleitet und bis dahin positiv bewertet und keine Bedenken geäußert. Wir haben dadurch sehr viel Zeit verloren.“ Die unvorhersehbare Kehrtwende hat monatelange Planungen zunichte gemacht.

Inselbäckerei Helgoland: Gibt es noch eine Rettung?

Daran änderte auch ein Gespräch zwischen Bürgermeister und Regionalleiter der Bank nichts mehr. Auf der Gemeindeversammlung am 7. November wurden die Helgoländer darüber informiert, dass das Vorhaben, die Inselbäckerei zu retten, so wie geplant nicht umgesetzt werden kann. Die Empörung war groß, aber auch der Wille zu Handeln.


Auf der Einwohnerversammlung wurden mehrere Vorschläge unterbreitet, wie sich die Bäckerei auf der Insel retten ließe. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Bäckermeister Mario Peterscheck und der Unternehmer und Projektentwickler Adrian Wolf (33) wollen eine Genossenschaft gründen. „Ziel ist vor allem, die Bäckerei als erstes großes Projekt zu sichern und als Inselgemeinschaft selbst zu übernehmen – statt dass externe Investoren oder einzelne Pächter das allein stemmen“, sagen sie.

Genossenschaft soll Bäckerei auf Helgoland retten – doch die Zeit drängt
Dafür brauchen sie tatkräftige Unterstützung und vor allem schnelle Zusagen. Denn die Zeit drängt. Denn es gibt Vorverträge zwischen Gemeinde und Insolvenzverwaltung, die bisher Mario Peterscheck als Pächter vorsahen. Damit die Genossenschaft seine Rolle ersetzen kann, muss sie bis 31. Dezember 2025 handlungsfähig sein – sonst verfällt das Vorkaufsrecht der Gemeinde auf die Bäckerei im Gewerbegebiet und das Ladengeschäft.

Bürgermeister auf Helgoland
Bürgermeister Thorsten Pollmann setzt sich für den Erhalt der Bäckerei auf der Insel ein.
© Sören Tietjen/Gemeinde Helgoland | Sören Tietjen/Gemeinde Helgoland
Ziel ist es 1,35 Millionen Euro bis zum 6. Dezember einzusammeln – sonst muss das Projekt eingestellt werden. „Wir haben in den drei Wochen nach der Einwohnerversammlung alle rechtlichen Grundlagen geprüft und sind seit Sonntag mit unseren Plänen an die Öffentlichkeit gegangen“, sagt Mario Peterscheck. Innerhalb von drei Tagen sind zehn Prozent des benötigten Geldes zusammengekommen. Das lässt ihn hoffen.

Helgoländer retten ihre Bäckerei: Anteile der Genossenschaft zu je 150 Euro
Die Anteile der Genossenschaft werden zu je 150 Euro vergeben. „Das ist mit Absicht sehr niedrig angesetzt, weil wir niemanden ausschließen und allen Einwohnern und auch auswärtigen die Chance geben möchten, das Projekt zu unterstützen“, so die Initiatoren. Die Information, wie viele Anteile jemand erwerben möchte, werden vertraulich behandelt. Jeder Helgoländer, der der Genossenschaft beitritt, hat genau eine Stimme, egal wie viele Anteile er kauft.

Auch Menschen außerhalb Helgolands können Anteile kaufen, erhalten allerdings kein Stimmrecht, profitieren aber von möglichen Renditen. „Auch auf Facebook haben wir schon sehr viel positive Resonanz von Touristen und Helgolandfans erhalten, die ihren Unterstützung zugesagt haben“, sagt Mario Peterscheck. Er und Adrian Wolf hoffen vor allem auch auf die finanzielle Hilfe der großen Firmen, die auf Helgoland tätig sind, und Zusagen aus der Tourismusbranche auf der Insel.

Helgoland: Genossenschaft soll letzte Inselbäckerei retten
Voraussichtlich neun Arbeitsplätze könnten mit der Bäckerei geschaffen werden. Ab dem zweiten Geschäftsjahr planen die Initiatoren dann einen Schritt weiterzugehen und Bäcker und Konditoren auszubilden. „Damit gestalten wir auf der Insel die Ausbildung eines neuen Lehrberufes und erhöhen die Identifikation junger Menschen mit dem Lebensraum der Insel“, heißt es auf der Homepage.

Inselbäckerei Helgoland: Gibt es noch eine Rettung?

Mit der Genossenschaft soll nicht nur die Versorgung mit frischen, regionalen Backwaren direkt gesichert werden. Sie würde auch Abhängigkeiten von externen Lieferanten oder großen Ketten reduzieren, so die Initiatoren. Der Gang zur Bäckerei habe auch eine soziale Komponente. „Eine Bäckerei ist ein fester Bestandteil der lokalen Gemeinschaft“, sagt Mario Peterscheck. „Sie ist oft ein Ort, an dem man nicht nur einkauft, sondern auch Neuigkeiten austauscht, sich über das Wetter oder die neuesten Ereignisse in der Nachbarschaft unterhält.“

Initiatoren werben um Mitglieder für Genossenschaft
Die Initiatoren haben in den vergangenen Tagen Absichtserklärungen versendet und verteilt. „Wir haben bereits regen Rücklauf bekommen“, heißt es weiter. Wenn sich ausreichend Menschen finden, die bereit sind, der Genossenschaft beizutreten, wird eine Potenzialanalyse erstellt. „Dies ist für uns essenziell, um abschätzen zu können, in welche Richtung wir mit der Idee laufen“, so die Initiatoren.

Allein bei den Brötchen rechnet Bürgermeister Thorsten mit einem täglichen Bedarf von 6000 Stück. Da die Backstube auf einem alten Stand ist, müsste erstmal kräftig investiert werden. Derzeit übernimmt das kleine Café Kogge im Unterland die Versorgung mit Backwaren. „Ich bin sehr froh, dass sie ihre Kapazitäten erhöht haben, aber das ist nur eine Notlösung.“

Helgoland ohne Bäckerei – Bürgermeister befürchtet Rückgang beim Tourismus
Sollte sich die Bäckerei nicht wieder eröffnen lassen, befürchtet er, dass die Insel einen großen Schaden erleiden wird, unter anderem durch einen deutlichen Einbruch im Tourismus. „Wir erhalten jetzt schon Rückmeldungen, dass Touristen nicht mehr kommen wollen, wenn sie in ihren Hotels und Apartments keine frischen Backwaren bekommen“, so der Bürgermeister. Die hätten selbst keine Möglichkeiten, Brötchen aufzubacken, geschweige denn frisch zu backen.

Er setzt sich parallel dafür ein, dass der Kreis Pinneberg und das Land Schleswig-Holstein einer Kreditaufnahme der Gemeinde zustimmen. Die Gemeinde Helgoland erhält neben Pellworm eine allgemeine Finanzzuweisung vom Land, kann daher nicht ohne Zustimmung agieren. „Am Ende hängen aber auch Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze an der Bäckerei“, so Thorsten Pollmann. „Sogar die Fahrkartenpreise für die Fahrgastschiffe könnten sich erhöhen, wenn die Passagierzahlen zurückgehen.“

Inselbäckerei Helgoland: Genossenschaft auf aktive Mitglieder angewiesen
Am 28. und 29. November stehen die Initiatoren auch am Weihnachtsmarkt im Museumshof für Informationen und Austausch zur Verfügung. Am 30. November laden sie außerdem von 14 bis 16 Uhr eine Infoveranstaltung im Gemeindesaal ab. Die Gründungsversammlung in der Nordseehalle ist am 7. Dezember geplant. Anschließend wird ein Antrag auf Eintragung beim zuständigen Amtsgericht (Registergericht) gestellt.

Vor der Eintragung findet eine sogenannte Gründungsprüfung durch einen Prüfungsverband statt. Die Prüfung soll sicherstellen, dass die wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen für eine geordnete Geschäftsführung vorliegen. Erst mit Eintragung entsteht die eG (eingetragene Genossenschaft) als juristische Person. Mit der Eintragung wird die Genossenschaft auch Kaufmann im Sinne des HGB (Handelsgesetzbuch).

Die Absichtserklärung für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen kann über die Internetseite www.inselgenossenschaft.de oder per E-Mail an info@inselgenossenschaft.de zugeschickt werden. Ebenso steht im Rathaus bis zum 6. Dezember eine Briefurne zur Verfügung.
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Ich bin dabei.