Postwurfsendung-Schwemme

Pro und Contra zum Bürgerentscheid "Sind Sie für eine Landgewinnung durch eine Verbindung der beiden Inselteile Helgolands?".
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Thorsten Falke
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Postwurfsendung-Schwemme

Beitrag von Thorsten Falke » Do 23. Jun 2011, 19:23

Hallo Befürworter und Gegner der Landgewinnung durch Verbindung der beiden Inselteile!

So kurz vor Toresschluß findet man eine Menge Papier zum Bürgerentscheid in seinem Schließfach. Die IHM, die CDU, der SSW, die SPD, sogar ein paar Privatleute versuchen das gemeine Wahlvieh von jeweils seiner Auffassung zu überzeugen. Einzig von der FDP habe ich noch nichts gelesen, sollte sie mal wieder die Fahne nach dem Wind hängen? Vielleicht habe ich das bei der Postwurfsendungs-Schwemme auch nur übersehen, oder es kommt noch. Naja, und diese Internetseite, meine Seite, die mischt ja auch so ein bißchen mit im Für und Wider der Meinungen.
Fazit:
duene1 - Nein
Dieter Siemens - Nein
weitere Private - Ja
SSW - Nein
CDU - Ja
SPD -Ja
IHM - Ja
FDP - hab ich nichts gehört bis jetzt.

Man schmunzelt hier auf der Insel schon und meint, die CDU, SPD und IHM und die paar Privaten hätten voneinander abgeschrieben, da der Wortlaut ziemlich unisono klingt. Arbeitsplätze, Wohnraum, mehr Gästebetten versprechen die im Gleichklang singenden (sich). Allerdings keiner von den Befürwortern war in der Lage, konkret zu benennen, wieviel Arbeitsplätze und welche Arbeitsplätze entstehen sollen. Keiner war in der Lage zu sagen, wieviel Wohnraum entstehen wird und ob die Bauherren sich dann auch endlich mal an den Helgoländer Mietspiegel halten, respektive bezahlbaren Wohnraum schaffen. Kein Wort darüber, wieviel Gästebetten aufgestellt werden sollen. Weiter im Kanon sangen die Befürworter, dass ein Ja beim Bürgerentscheid Bund und Land zeigen würde, dass die Helgoländer verantwortlich über ihre Zukunft denken und handeln wollen.
Ich denke speziell dazu ja, dass wir mit einem NEIN zeigen, dass wir noch alle Tassen im Schrank haben und nicht dem Größenwahn anheim gefallen sind.
Einzig und allein (neben mir) hat die SPD in ihrer Postwurfsendung darauf hingewiesen, dass das gar keine Abstimmung über die Landgewinnung ist, sondern nur erforscht werden soll, ob eine Mehrheit für eine Landgewinnung wäre. Und wenn diese Mehrheit zustande kommen sollte, erst dann über Machbarkeit etcetera perge perge geforscht werden soll und falls das nicht geht, dann kommt keine Landgewinnung durch Verbindung der beiden Inselteile.
Der Haken bei der Sache: Wir stimmen über eine Landgewinnung durch Verbindung der beiden Inselteile ab, nicht "Soll die Gemeindevertretung Gutachten in Auftrag geben, ob eine Landgewinnung möglich ist" Ja oder Nein. So ein Bürgerentscheid wäre illegal, wir gemeines Wahlvieh dürfen zwar über eine Gebietsänderung abstimmen, aber nicht darüber, ob lediglich ein Gutachten erstellt werden soll. So wird der Bürgerentscheid auch rechtlich angreifbar. Von beiden Seiten. Ja sowie Nein Sager haben danach die Chance den Rechtsweg einzuschlagen und gute Aussichten den Bürgerentscheid nachträglich zu Fall zu bringen, der einer rechtlichen Prüfung meiner Meinung nach nicht standhalten wird.
Dann haben wir aber schon wieder den Salat: Dann werden die Gemeindevertreter entscheiden, was gemacht werden soll. Und bei der bisherigen Verlautbarung der Parteien-Landschaft ist mit einem mehrheitlichen JA zu rechnen.
Apropos rechnen: Die Ja sagenden Parteien haben in meinen Augen trefflich bewiesen, dass sie nicht rechnen können. Bis zu einer Milliarde wird die Landgewinnungsmaßnahme schlüsselfertig kosten, das sind wohl 70 Millionen Zinsen im Jahr. Vielleicht habe ich mich auch verrechnet, aber 7 Prozent Zinsen ist ja durchaus drin. Zusätzliche 5000 Betten zum heutigen Bestand werden erforderlich sein, diese Zinslast aufzubringen - das sind dann eine Million Übernachtungen mehr. "Echte Helgoländer" hauen dann endgültig ab von der Insel, die dann vielleicht noch Helgoland heißt, aber das, was Helgoland ausmacht ist dann unter Millionen Tonnen von Sand begraben.
Die Ja- Parteien werden auf lange Zeit keine Stimme bei den Kommunalwahlen mehr von mir bekommen, die haben mir zuviel Inkompetenz an den Tag gelegt.

Ich werde dem Bund und dem Land und Gott und der Welt durch meine NEIN-Stimme versuchen kundzutun, dass hier noch Realisten leben, die lieber die vielen, vielen anderen Möglichkeiten in Angriff nehmen möchten, die es neben der Verbindung der beiden Inselteile noch gibt. Und dass Helgoland Helgoland bleiben soll.
Liebe Grüße
Thorsten

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