Die Zigarette danach

Pro und Contra zum Bürgerentscheid "Sind Sie für eine Landgewinnung durch eine Verbindung der beiden Inselteile Helgolands?".
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Thorsten Falke
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Die Zigarette danach

Beitrag von Thorsten Falke » Sa 11. Jun 2011, 07:58

Hallo, Befürworter und Gegner einer Landgewinnung durch eine Verbindung der beiden Inselteile Helgolands!

Oder sollte ich besser sagen:" Die Friedenspfeife danach"?

Wie auch immer der Bürgerentscheid ausgehen mag, wir leben in einer Demokratie und wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen für sich gewinnen konnte, der hat den Bürgerentscheid für sich entschieden. Vorerst. Denn es besteht noch die Möglichkeit eines Einspruchs nach der Wahl. Dieser ist bei der Gemeindevertretung einzureichen. Lehnt die Gemeindevertretung den Einspruch ab, so kann man noch Klage beim Verwaltungsgericht einreichen. Wenn also das komplette Programm durchgezogen wird, kann es noch lange dauern, bis der Bürgerentscheid rechtsgültig ist.
Wobei ich mir wünsche, dass eine Mehrheit sich gegen die Landgewinnung durch eine Verbindung der beiden Inselteile ausspricht.
Im Falle einer Mehrheit für diese Maßnahme sind jede Menge Gutachten anfertigen zu lassen.
Was wird ein Gutachten über die Strömungsveränderungen kosten?
Was wird ein Gutachten über die Umweltverträglichkeit kosten?
Was wird eine Machbarkeitsstudie kosten?
Was ................... kosten?
Was ...............kosten?
Was ........ kosten
Was ... kosten?
Das geht schon locker in die Millionen Euros!
Und wenn nur eines der Gutachten negativ ausfällt, dann kann nicht landverbunden werden?
Wo sollen die Millionen herkommen? Helgoland ist tradtionell pleite, das Land und der Bund sind ja eher noch pleiter. Und die EU hat wahrlich größere Probleme, da sind ja eigentlich auch alle Pleite.
Wie lange dauert es bis zur Fertigstellung dieser Gutachten?
Werden danach Einsprüche gegen die Gutachten laufen?
Wie lange dauert es, bis diese entschieden sind?

Wenn sich erst einmal für die Landgewinnung entschieden wurde, wird es keinen Cent mehr für andere Projekte geben. Das ganze schöne Geld wird in die Gutachten fließen und in die Spesenabrechnung unserer Politiker und Verwaltungsangestellten, die informelle Mittagessen auf die Rechnung setzen können und zig-mal mit dem Flugzeug aufs Festland fliegen, dort Autos mieten, tagelang im, sicher bescheidenen, Hotel wohnen. Dafür werden dann auch die Steuergelder verbraten.

Für mich bedeutet Pro-Landgewinnung jahrzehntelanger Stillstand auf Helgoland!
Und dass es bei Fertigstellung des Projekts tatsächlich für Helgoland besser wird ist auch nicht mehr als eine Phantasterei! Sage mir einer Einen, der mit Bestimmtheit vorhersagen kann, was das Projekt für Auswirkungen haben wird.
Irgendwie kommt mir es so ein bißchen vor wie das Projekt Hummerschere. Da wurden auch erst einige Hundert Millionen Reichsmark verpulvert, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, dass das Projekt nicht den erhofften Nutzen bringen wird und eingestellt wurde. (Vision: Spundwand bis zur Hälfte rüber zur Düne, dann geht der Bauunternehmer pleite, oder sonstwas, und Neujahr 2021 wird das halbfertige Bauwerk ein Raub eines Orkans. Sozusagen eine 300-Jahr-Feier. Auch nicht unwahrscheinlicher als jede andere Vision/Spekulation über Sinn/Zweck/Erfolg dieses Vorhabens)

Liebe Grüße
Thorsten

Und bitte nicht nur nach dem Bürgerentscheid die Friedenspfeife rauchen, sondern jetzt im Vorfeld auch die Meinung des anderen respektieren!

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