Nachbeben

Pro und Contra zum Bürgerentscheid "Sind Sie für eine Landgewinnung durch eine Verbindung der beiden Inselteile Helgolands?".

Nachbeben

Beitragvon Thorsten Falke » Mo 25. Jul 2011, 15:40

Hallo!
Bürgervorsteher und ein Gemeindevertreter sind von Ihren Ämtern zurückgetreten. Gerüchteweise sollen diese beiden SPD-Mitglieder nicht mit der Ausrichtung ihrer Partei nach dem Bürgerentscheid zufrieden gewesen sein, eine Einigung innerhalb der Partei nicht möglich, so dass sie die Konsequenz gezogen haben und ihren Rücktritt eingereicht haben. (Chapeau)
Weitere Gerüchte berichten von Austritten von "normalen" Partei-Mitgliedern, da sie nicht mit der Haltung der Parteiführung pro Landgewinnung konform gehen.
Bei der Einwohnerversammlung zur Aufarbeitung des Bürgerentscheids wollte uns der Bürgermeister weismachen, das ein vernünftiges Ergebnis nur gewesen wäre,wenn 70 gar 80 Prozent dagegen gestimmt hätten. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Bürgermeister dieses demokratisch zustande gekommene Ergebnis nicht so recht anerkennen mag. Auch gerade dieser Tage (23.7.) liest man in den Kieler Nachrichten, dass der Helgoländer Bürgermeister gesagt haben soll, dass weiter für die Landgewinnung geplant und an einer Finanzierung gearbeitet werde.

http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/242927-Helgoland-Plan-B-nach-gescheitertem-Volksentscheid.html

Also ganz schön was los hier.

Noch weitere Gerüchte besagen, dass die Parteien SPD, FDP, CDU, IHM beschlossen haben sollen, zukünftig bei Fragen zum Landgewinnungsthema keinen Bürgerentscheid mehr durchzuführen, sondern das einfach beschließen wollen.

Hui, wenn das stimmt.

Zeigen wir es ihnen, bei der nächsten Wahl bleibt einem ja nur noch übrig, den SSW zu wählen.

Liebe Grüße
Thorsten
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Re: Nachbeben

Beitragvon Frank Botter » Di 26. Jul 2011, 14:47

Moin Mücki,
Deine Empfehlung, bei der nächsten Kommunalwahl (2013) auf den SSW zu setzen, halte ich für sehr gewagt. Angesichts der Wechselmentalitäten der beiden Mandatsträger könnten bis dahin noch weitere politische Gruppierungen oder Parteien gegründet werden (Grüne, die Piraten, Partei der bibeltreuen Christen oder so).
Frank Botter
 
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Re: Nachbeben

Beitragvon Thorsten Falke » Di 26. Jul 2011, 15:23

Hallo Frank!
Da rechne ich sowieso schon mit, angesichts der "Massenaustritte" aus den Parteien, dass sich mal wieder eine neue Partei auf Helgoland bildet. Obwohl Wechselmentalitäten anscheinend nicht so schlecht zu sein scheinen, schließlich haben wir selbst in der Bundespolitik ja so eine Partei, die ihre Fahne gerne nach dem Wind hängt.
Ob das so gut ist, wenn sich soviele Parteien bilden, das ist eine andere Frage. Da Mehrheiten zu bilden wird schwer (siehe Weimarer Republik).
Allerdings ist es ein Zeichen dafür, dass die etablierten Parteien versagt haben und "ihr Volk" nicht mehr vertreten sondern sich irgendwie verselbständigt haben. Jede Partei ist heutzutage gut damit beraten, auf "die Stimme des Volkes" zu hören. Aber hier bei uns machen gerade die etablierten Parteien genau das Gegenteil. Ist mir rätselhaft, warum von denen noch keiner auf den Zug "Gegen Landgewinnung" mit aufgesprungen ist. Das ist doch aktuell "der Renner".
Naja, bei denen ist Volkes Meinung anscheinend nicht gern gesehen, haben aber selber Schuld, die haben das doch angeleiert. Insgeheim auf JA hoffen, wenn dann aber ein NEIN kommt, beleidigte Leberwurscht zu spielen ist undemokratisch!
Des Volkes Wille zählt, das sollen die jetzt mal begreifen und des Volkes Auftrag - keine Landgewinnung - ausführen. Es sind durchaus andere, bezahlbare und durchführbare Vorschläge vorhanden, da brauchts keine irgendwie geartete Landgewinnung.
Und zwischen Bürgermeisterwahl und Bürgerentscheid hat anhand der Wahlberechtigten die Einwohnerzahl Helgolands ja schon zugenommen, so bummelige 3,5 Prozent oder so. Das ist doch schon mal was.
Liebe Grüße
Mücki
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Re: Nachbeben

Beitragvon Erni » Sa 30. Jul 2011, 08:35

Da sieht mans mal wieder. Politiker versuchen nicht die Interessen des Volkes durchzusetzen , sondern verfolgen ihre eigenen Ziele bzW. die von Investoren . Diese Ankündigung des Politikers in der Kieler-Zeitung ist natürlich der Hammer und gibt einen Einblick in das Selbstverständniss der Politiker generell. Mit Demokratie hat das wenig zu tun.Dabei zeigt uns doch die kleine Schweiz wie es laufen könnte.
Über alles Mögliche wird abgestimmt , den Bürgern wird voher vorgerechnet , was eine Investition kostet und dann darf jeder Wahlberechtigte mitentscheiden. Davor haben die Politfilzer in Deutschland eine riesige Angst. Könnten ihnen doch ihre Aufsichtratspöstchen verloren gehen oder ihr Beratervertrag ausgesetzt werden. Da wundert man sich über niederige Wahlbeteiligungen und Extremwähler. :evil:
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